Vortragsreihe "The Other Side of the Moon"

Exchanging

Mit StiftungFREIZEIT, Noa K. Ha, Tazalika M. te Reh, Amo – Braunschweig Postkolonial e.V., Pınar Öğrenci, Defne Kadıoğlu Polat

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"Coloniality [is] the reverse and unavoidable side of 'modernity' – its darker side, like the part of the moon we do not see when we observe it from earth." Walter Mignolo

Vorstellungen von moderner Architektur und Stadt sind eng mit kolonialem Wissen verbunden – einem Wissenssystem mit dazugehörigen kulturellen Narrativen, das ausgehend von Europa die Plünderung der Welt und die Unterwerfung anderer Völker legitimierte. Die Bauwerke im Kanon der Architektur- und Stadtgeschichte, die als Artefakte des Fortschritts und der Aufklärung überliefert werden, haben eine Kehrseite – "The Other Side of the Moon" –, die verwoben ist mit kolonialer Gewalt und Rassismus.

In der Vortragsreihe werden aus unterschiedlichen Perspektiven die Verwirkungen zwischen Architektur und Stadt mit Kolonialität und Rassismus thematisiert - und auch genereller die strukturelle Benachteiligung migrantisierter Menschen und BIPoC in der Art und Weise wie Raum verstanden, geplant und konzipiert wird. Und es wird gefragt, wer in Räumen, Geschichten und Diskursen existent bzw. nicht-existent ist, wessen Wissen gesehen bzw. nicht-gesehen wird. Wie kann mit dekolonialen, intersektionalen, multiperspektivischen Ansätzen, aber auch Strategien des Umkodierens und Ironisierens von Raum Sichtbarkeit hergestellt und neue Formen des Zusammenlebens erdacht werden?

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StiftungFREIZEIT: “ALLES ROLLT - über Stadtaktivatoren und mobile Interventionen“

26. November ’21, 13:00 Uhr
Online

StiftungFREIZEIT sind Rubén Jódar, Inés Aubert und Markus Blösl. Sie sind Stadtforscher*innen: durch Beobachtung entstehen neue Möglichkeiten, den urbanen Raum zu verändern. Mit temporären Interventionen und durch Partizipation laden sie ein, öffentliche Räume im überraschenden Dialog mit der Stadt kulturell, sozial oder politisch neu zu denken. Sie stiften Andere an, sich freie Zeit für ihre Stadt zu nehmen. Andersherum denken, Neues kreieren, zusammenkommen, Antworten finden, Netzwerke herstellen, Wissen teilen. So werden von ihnen Räume und Prozesse umkodiert, ironisiert und neue Formate des Zusammenlebens erdacht. Mit ihren Aktionen stellen sie sich immer wieder die Fragen: Wie entsteht ein kommunikativer Raum? Können mit Gestaltung Strukturen geschaffen werden, die ein Engagement zur Teilhaben generieren und Wissen sichtbar machen?

Konzept: Institut GTAS
Moderation: Ayat Tarik

Webex: https://tu-braunschweig.webex.com/tu-braunschweig/j.php?MTID=m2d2b2e15ee9bf0737a52495379fe9f74
Meeting-Kennnummer: 2731 780 0259
Passwort: S8mF2p4du9x

Noa K. Ha: „Metropolitaner Kolonialismus und das Humboldtforum in der Europäischen Stadt“

29. November ’21, 16:00 Uhr
Online

Dr. Noa K. Ha ist postkoloniale Stadtforscherin. Sie lehrte und forschte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin und Dresden. Derzeit ist sie Gastdozentin im MA Spatial Strategies an der Weissensee Kunsthochschule Berlin und leitet in Vertretung den Nationalen Rassismus- und Diskriminierungsmonitor (NaDiRa) am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind postkoloniale Stadtforschung, migrantisch-diasporische Erinnerungspolitik, kritische Integrationsforschung und Rassismuskritik. Ihre Publikationen sind in verschiedenen Sammelbänden, Journals und Katalogen erschienen, demnächst erscheint der Sammelband „European Cities: Modernity, Race and Colonialism“ bei Manchester University Press, den sie mit Dr. Giovanni Picker, University of Glasgow herausgegeben hat, sowie ihr Artikel „Städtische Episteme dekolonisieren: Europa und die Europäische Stadt nach 1989 als koloniale Ordnung“ im Band „Geographien der Kolonialität“, herausgegeben von Sybille Bauriedl und Inken Carstensen-Egwuom.

Konzept: Institut GTAS
Moderation: Niloufar Tajeri

Webex: https://tu-braunschweig.webex.com/tu-braunschweig/j.php?MTID=md3f028385b60fb4daea239e8842d9021
Meeting-Kennnummer: 2733 222 4695
Passwort: WmkH6WrQy85

Tazalika M. te Reh: "Von nützlichen Prismen — Architektur im Licht von Space und Race"

06. Dezember ’21, 18:00 Uhr
Online

Dr. Tazalika M. te Reh ist Architektin und Kulturwissenschaftlerin. Sie lehrt und forscht über das Verhältnis zwischen Architektur, Raum und Rassifizierung mit einem Fokus auf die gebaute Umwelt. Sie ist Mitglied der Salzburg Global Citizenship Alliance und Fellow des Salzburg Global Seminar. Als Architektin praktiziert sie sowohl mit Bauprojekten als auch mit Texten. Sie erhielt ihr Doktorat in Kulturwissenschaften an der TU Dortmund und absolvierte zuvor ihr Architekturstudium an der Kunstakademie Düsseldorf sowie Hochschulen in Köln und Bochum. 2014 war sie als Gastwissenschaftlerin an der Columbia University und dem Schomburg Center for Research in Black Culture in New York City tätig.

Konzept: Institut GTAS
Moderation: Niloufar Tajeri

Webex: https://tu-braunschweig.webex.com/tu-braunschweig/j.php?MTID=m9d86450e9324ccfc846be3175ec6eab3
Meeting-Kennnummer: 2733 946 4061
Passwort: PNbJ8WM6Mx6

Amo – Braunschweig Postkolonial e.V.: Postkolonialer Stadtrundgang

13. Dezember '21 13:30 Uhr (geschlossene Gruppe)  

Das Kollektiv ist bereits lange in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen & Erwachsenen tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Antirassismusarbeit, Arbeit mit Geflüchteten, diversitätssensible Seminare und vieles mehr. Im Juni 2018 haben sie gemeinsam entschieden, mit dem Schwerpunkt rassismuskritische Bildungsarbeit stärker an die Öffentlichkeit treten zu wollen und haben das basisdemokratische Kollektiv “Amo – Braunschweig Postkolonial e.V.” gegründet. Sie sind: People of Colour, Schwarze Deutsche oder weiß positioniert und setzen sich mit aktuellen Themen und Geschichte aus postkolonialer Perspektive auseinander. Nebst Vorträgen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, geben sie Workshops zu Themen wie Empowerment und Powersharing, weißen Privilegien, Kolonialismus, Rassismus als Struktur und offene Vernetzungstreffen.

Pınar Öğrenci: "Gurbet artık bir ev“ [Gurbet ist jetzt ein Zuhause]

13. Dezember ’21, 16:00 Uhr
Online

Die Künstlerin und Filmemacherin Pınar Öğrenci lebt in Berlin. 2010 gründete sie die Kunstinitiative MARSistanbul. Die videobasierten Arbeiten und Installationen der als Architektin ausgebildeten Künstlerin verstehen sich als dekoloniale und feministische Untersuchungen an der Schnittstelle von gesellschaftlicher, politischer und architekturbezogener Forschung sowie von den Geschichten Einzelner, Alltagspraktiken, Musik und Literatur. Als solche gehen sie Migrationsursachen wie Krieg, staatlicher Gewalt, kollektiven Bewegungen, Naturkatastrophen oder industriellen und städtischen Entwicklungen nach.

Konzept: Institut GTAS
Moderation: Niloufar Tajeri

Webex: https://tu-braunschweig.webex.com/tu-braunschweig/j.php?MTID=m4d5dadbe7f0fc1c2db6c104920788077
Meeting-Kennnummer: 2732 415 0168
Passwort: BJmZjGY6k88

Defne Kadıoğlu Polat: ”Gentrifizierung und Städtische Kämpfe in stigmatisierten Stadtteilen”

17. Januar ’22, 16:00 Uhr
Online

Defne Kadıoğlu ist Projektforscherin am Fachbereich für Urbane Studien und am Institut für Stadtforschung an der Universität Malmö in Schweden. Sie hat in Deutschland, England und der Türkei studiert und interessiert sich vor allem für neoliberaler Stadtpolitik, Wohnpolitik und soziale Ungleichheit. Für Ihre Dissertation hat Sie zur Gentrifizierungsprozessen in Nord-Neukölln geforscht und sich mit dem Zusammenhang zwischen Rassismus, Stadtpolitik und neoliberalem Wandel beschäftigt. Zurzeit leitet Sie Projekte zur Wohnungfinanzialisierung, Stadtpolitik und territorialer Stigmatisierung in Schweden und Deutschland.

Konzept: Institut GTAS
Moderation: Niloufar Tajeri

Webex: https://tu-braunschweig.webex.com/tu-braunschweig/j.php?MTID=m34552e8d61654f1df3bed8d36ece58db
Meeting-Kennnummer: 2732 228 4412
Passwort: vMMuuMqq722

Konzeption

Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt