Institut für örtliche Angelegenheiten – (De)Kolonialität

Seminar

Winter '21/22 (Master M1/2, Bachelor A3)
Niloufar Tajeri

NT Sur la Place Metrozones bearb
Videoausschnitt aus "Refugee Complex – Sur la Place" von metroZones; Foto: Niloufar Tajeri

"Coloniality [is] the reverse and unavoidable side of 'modernity' – its darker side, like the part of the moon we do not see when we observe it from earth." Walter Mignolo

Die Vorstellungen von moderner Architektur und Stadt sind eng mit kolonialem Wissen verbunden. Einem Wissenssystem mit dazugehörigen kulturellen Narrativen, das ausgehend von Europa die Plünderung der Welt und die Unterwerfung anderer Völker legitimierte. Die Bauwerke im Kanon der Architekturgeschichte, die als Artefakte des Fortschritts und der Aufklärung überliefert werden, haben – wie der Mond in Mignolos Allegorie – eine Kehrseite, die verwoben ist mit kolonialer Gewalt und Rassismus. Oder wie Walter Benjamin 1940 schreibt: „Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.“ Dennoch, diese Dokumente und Bauwerke tragen auch das Potential in sich, „das Unmögliche zum Sprechen zu bringen, Geschichten zu wenden und Perspektiven auf die eurozentrische Geschichte zu ‚dezentrieren‘, infrage zu stellen und eine neue Geschichtsschreibung einzufordern“ (Noa K. Ha).

Eine neue Geschichtsschreibung erfordert also die Sichtbarmachung intrinsischer Aspekte von Kolonialität und race(Rassifizierung) innerhalb des Kanons. Wir werden uns diesem rassismuskritischen Architekturwissen theoretisch nähern und dabei auch einen analytischen Blick auf den Alltag werfen. Was lesen wir (nicht), was zeichnen wir (nicht), wen sehen wir (nicht)? Welche Namen und Begriffe fallen (nicht), wenn wir Stadt beschreiben? Wie konstruiert sich unsere Wirklichkeit und wie (re)konstruieren wir diese mit und in unseren Vorstellungen von Architektur? Gemeinsam möchten wir die Kolonialität des Raumes aufspüren und mithilfe dieser Erkenntnis einen neuen Blick auf die Heterogenität des urbanen Alltags werfen.

Regeltermin: montags, 13:00-16:00 Uhr im Seminarraum des GTAS

Einführungsveranstaltung

Die Einführungsveranstaltung ist eine Online-Veranstaltung und findet am 25.10. um 13:00 Uhr statt. Bitte tragen Sie sich bis spätestens 22.10. auf Stud.IP in die Lehrveranstaltung ein, um weitere Informationen zu erhalten und sich unter „Meetings“ in die Videokonferenz einwählen zu können.

Voraussetzungen (nur für A3)

Abschluss des Moduls „Geschichte und Theorie 1“ oder „Geschichte und Theorie 2“.
Die Teilnahme am Workshop „Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende“ ist bei Belegung des Seminars Pflicht. Bitte tragen Sie sich bis spätestens 22.10. auf Stud.IP in das Modul „Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende“ ein, um weitere Informationen zu erhalten.

Covid

In Zeiten der Ungewissheit ist eine erhöhte Flexibilität erforderlich, insbesondere bei der Planung von Interaktionen in und mit der Öffentlichkeit. Bitte beachten Sie, dass sich das Programm je nach Entwicklung der Pandemie leicht ändern bzw. komplett auf digitale Formate umgestellt werden könnte.

Termine

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Einführung, online
Abgabetermin