Property and Ownership II – Über den Gebrauchs- und Tauschwert von öffentlichen Räumen

Seminar

WS 2018/19 (Master M1/2, Bachelor A3)
Martin Peschken und Arne Herbote

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Die Verteidigung und Pflege der öffentlichen Sphäre gehört zu den zentralen Werten der Demokratie. Das wird besonders deutlich in Krisenzeiten der Zivilgesellschaft, in der Angstmache, Verhetzung und die Leugnung von Fakten sie bedrohen. War historisch der physische Raum das primäre Medium für die Meinungsbildung und den politischen Diskurs, so hat sich beides in der Moderne scheinbar in andere Medien verlagert. Aber ist, was wir heute im öffentlichen Raum tun, der niemandem und allen zugleich gehört, tatsächlich nur noch im Ausnahmefall ‚politisch‘, wie z.B. bei Demonstrationen? Ist nicht schon die tägliche Erfahrung des Anderen, das Aushalten von Diversität und Diskontinuität, das Aushandeln der Nutzung von Gemeingütern politisch? Kann nicht das Praktizieren und Infragestellen geschriebener und ungeschriebener Regeln des Zusammenlebens mit anderen – Menschen, Lebewesen, Dingen – als tagtägliche Übung und Herausforderung in Konvivalismus (convivere – zusammenleben) gelten? Bereits in der Einrichtung und Planung erweist sich, wer wo und mit welchen Mitteln ein öffentliches Interesse im Raum vertritt, als Machtfrage. Wer setzt sich (vorübergehend) durch, wer darf sich den Raum aneignen und wer wird verdrängt? Öffentliche Räume zu gestalten ist daher eine enorme Herausforderung. Im Seminar wollen wir die verschiedenen politischen Dimensionen öffentlicher Räume zwischen Planung und ihrem praktischen Gebrauch identifizieren, um die eigene Position in diesem Prozess der Raumproduktion bewusst bestimmen zu können. Nach theoretischer Vorarbeit soll anhand von Fallstudien in Braunschweig und Berlin ein ‚Atlas‘ des Öffentlichen an und in städtischen Freiräumen erarbeitet werden.

Voraussetzung

Abschluss des Moduls „Geschichte und Theorie 1“ oder „Geschichte und Theorie 2“. Die Teilnahme am Workshop „Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende“ ist bei Belegung des Seminars Pflicht.

Teilnahmeempfehlung

Bereitschaft zur intensiven Lektüre, empirischen Forschung und Darstellung der Ergebnisse in Text und Grafik werden vorausgesetzt. Teilnahme an allen Terminen sowie dem Workshop in Berlin ist Voraussetzung zum Bestehen des Moduls. Das Seminar kann zur inhaltlichen Vorbereitung einer Bachelorthesis beitragen.

Leitfaden wissenschaftliches Arbeiten

Das Department Architektur hat einen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten erstellt. Darüber hinaus bietet das Informationskompetenz-Projekt der UB eine Blockveranstaltung mit dem Titel „Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende“ an. Diese Veranstaltung ist integraler Bestandteil aller A3 Seminare des Instituts für Baugeschichte und des GTAS im Rahmen des BA-Architekturstudiums. Den Teilnehmenden des Master SD steht die Teilnahme frei. Der Workload entspricht einem Leistungspunkt (1 LP) innerhalb des Moduls.

Im Rahmen der Veranstaltung werden die Themenbereiche, Literaturrecherche, Zitieren und Bibliografieren in Präsenzterminen und Selbststudium bearbeitet. Leistung: Bearbeitung von vier Aufgaben in Form von Übungsblättern und einer schriftlichen Ausarbeitung.

Organisation über StudIP - vor Beginn dort eintragen. Leitung: Dr. Simone Kibler, Projekt Informationskompetenz, UB

Termine

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Einführungsveranstaltung
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Sitzungstermin 1 für die Blockveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende“
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Fahrradtour, Treffpunkt: St.-Leonhards-Garten, Braunschweig
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Impulsvorträge
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Referate 1 + 2
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Sitzungstermin 2 für die Blockveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende“
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Impulsvorträge
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Workshop, Berlin
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Zwischenabgabe
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Abgabe